Die berüchtigte Frage nach der Familienplanung im Bewerbungsgespräch

Im Bewerbungsgespräch ist die Frage nach einer bestehenden Schwangerschaft oder dem Kinderwunsch der Kandidatin nicht zulässig. Das Interesse Ihres Gegenübers an dieser Frage wird vor allem dann genährt, wenn Sie ein bestimmtes Alter haben, in einer festen Partnerschaft oder in einer größeren Immobilie leben.

Was tun Sie, wenn Sie Ihnen doch gestellt wird? Ein Hinweis darauf, dass diese Fragen nicht erlaubt sind, bringt Ihnen keine Sympathiepunkte ein. Eine mögliche Entgegnung könnte sein, dass Sie sich zunächst keine oder keine weiteren Kinder mehr vorstellen können. Vielmehr wollen Sie in den nächsten Jahren an der Verwirklichung Ihrer beruflichen Ziele arbeiten. Sie machen  deutlich, dass Ihre beruflichen und privaten Ziele in den Job münden, auf den Sie sich gerade bewerben und sich zu einem späteren Zeitpunkt Entwicklungsmöglichkeiten in Richtung eines höherwertigen Jobs in diesem Unternehmen vorstellen können. Wenn Sie bereits Kinder haben, betonen Sie Ihre Fähigkeiten Beruf und Familie zu vereinbaren.

Die Fragen nach Ihrer Familienplanung kann auch verdeckt gestellt werden. Die gestellten Fragen sind dann geprägt von einem Interesse an Ihrer gesamten Person. Erkundigt wird sich nach dem Partner oder die Partnerin oder die Wohnsituation und Ihre Zufriedenheit damit. Lenken Sie in einer solchen Situation das Gespräch immer wieder auf die berufliche Sphäre. Und begegnen Sie den Unterstellungen indirekt, indem Sie zwar erzählen, dass Sie beispielsweise im Vorort leben. Dabei betonen Sie aber, wie gut dieser Ort an das öffentliche und kulturelle Leben in der Stadt angebunden sei. 

Wie Sie sich auf ein Vorstellungsgespräch vorbereiten und sich dabei gut präsentieren, können Sie am 12. Dezember bei BER-IT in der Veranstaltung "Das Vorstellungsgespräch: Chancen nutzen – Stolpersteine überspringen" üben. Auch Inpäd bietet ein Training zum Vorstellungsgespräch an: "Auf den Punkt gebracht: Vorstellungsgespräche" (nächster Termin: 15. November).