Interesse junger Frauen an dualer Berufsausbildung stärken

junge Frau mit nachdenklichem Blick

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Zentrale Ergebnisse der Analysen des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zur aktuellen Entwicklung des Ausbildungsmarktes im Jahr 2016 sind:

  • Ausbildungsangebot ist stabil (563.800 Ausbildungsstellen)
  • leicht sinkende Nachfrage
  • erneut mehr unbesetzte Ausbildungsstellen, daher
  • leicht gesunkene Zahl neu abgeschlossener Ausbildungsverträge. 

Wie bereits im Vorjahr sank 2016 die Zahl der Ausbildungsverträge, die mit jungen Frauen abgeschlossen wurden, diesmal um 3.500 beziehungsweise 1,7 Prozent auf jetzt nur noch 204.100. Die Zahl der Ausbildungsverträge mit jungen Männern stieg dagegen um 0,5 Prozent auf 316.200. Damit setzte sich ein Trend fort, der bereits seit längerer Zeit zu beobachten ist. Die Zahl der jungen Frauen, die sich für eine duale Berufsausbildung interessieren, sinkt.

Das insgesamt niedrigere Interesse junger Frauen an einer dualen Berufsausbildung ist nach Ansicht der BIBB-ForscherInnen unter anderem darauf zurückzuführen, dass viele junge Frauen eine Studienberechtigung erreichen und dann auch studieren beziehungsweise sich für andere vollqualifizierende Ausbildungsgänge entscheiden - zum Beispiel im Gesundheits-, Erziehungs- und Sozialwesen.

Mit Blick auf die Sicherung des Fachkräftenachwuchses und des sinkenden Ausbildungsinteresses junger Frauen betont BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser: "Wir benötigen dringend eine Trendumkehr. Dies gelingt, wenn wir es schaffen, das Interesse von Studienberechtigten an einer dualen Berufsausbildung weiter zu steigern und zugleich noch mehr Frauen für gewerblich-technische Berufe zu interessieren." Inzwischen fänden zwar schon deutlich mehr Studienberechtigte den Weg in eine duale Berufsausbildung, doch sei ihr Anteil an den neuen Ausbildungsverträgen immer noch steigerungsfähig. Ähnliches gelte für die Bemühungen, mehr junge Frauen für bislang typische Männerberufe zu interessieren. "Auch hier zeichnen sich erste Erfolge für einzelne Berufe ab, mit denen wir uns aber keineswegs zufrieden geben dürfen. Die duale Berufsausbildung, die traditionell nicht nur im Dienstleistungssektor, sondern auch in Handwerk und Industrie verankert ist, muss Motor sein für eine moderne Berufsorientierung, in der traditionelle Geschlechterklischees keine Bedeutung mehr haben."

Weitere Informationen, Statistiken, Tabellen und Grafiken zur Entwicklung des Ausbildungsmarktes 2016 finden Sie im Internetangebot des BIBB unter www.bibb.de/naa309-2016.