Checken Sie Ihre Altersvorsorge

Ältere Frau

Foto von Nuno Alberto - Unsplash.com

„Reicht meine Rente, um im Alter gut leben zu können?" Diese Frage stellen sich viele, die jetzt noch mitten im Berufs­leben stehen. Die gesetzliche Rente ist für die allermeisten Menschen weiterhin die tragende Säule der Alters­vorsorge. Das deutsche gesetzliche Renten­system spiegelt jedoch stark das eigene Erwerbs­leben wider: Wer über einen langen Zeitraum wenig verdient oder aufgrund von Krankheit, Arbeits­losig­keit, Sorge­arbeit oder Selbst­ständig­keit immer wieder große Lücken im Renten­versicherungs­verlauf hat, bekommt eine nied­rige Rente.

Erster Schritt: Kontenklärung
JedeR Rentenversicherte hat bei der Deutschen Rentenversicherung (DRV) ein Konto, in dem die eigenen rentenrechtlich relevanten Daten gespeichert sind. Das Konto zu prüfen lohnt sich. Stimmt etwas nicht, beantragen Sie eine Kontenklärung. Je länger fehlende Zeiten zurückliegen, desto schwieriger wird es die Nachweise zu beschaffen. Auch Arbeitgeber, Krankenkassen und Arbeitsagenturen müssen Unterlagen nur über einen bestimmten Zeitraum aufbewahren und dürfen sie anschliessend vernichten. Die DRV fordert Sie, wenn Ihre aktuelle Anschrift der Rentenversicherung bekannt ist, im Alter von 43 Jahren automatisch zu einer Kontenklärung auf.

Zweiter Schritt: Bilanz ziehen (und Rentenlücke ermiteln)
Im zweiten Schritt ermitteln Sie, wieviel Rente Sie später erhalten werden. Dabei gehen Sie von einer Ausgangsgröße aus, meistens von Ihrem derzeitigen Einkommen. Dieses Einkommen wird dann in einer Simulation bis zu Ihrem Renteneintrittsalter "hochgezogen". Das heisst der Rechner geht davon aus, dass Sie dieses Einkommen bis zum Renteneintritt beziehen werden. Bei einigen Rechnern können Sie auch noch die Inflationsrate einstellen. Da die Rente geringer als die Ihre Verdienste durch Erwerbsarbeit ausfällt, geht es hier darum wieviel weniger Sie denn erhalten - um die sogenannte Rentenlücke. Die auf diese Art errechnete Rente stellen Sie jetzt dem Betrag gegenüber, von dem Sie ausgehen, dass Sie diesen mindestens benötigen oder über den Sie im Moment verfügen. Und hier ergibt sich eine Lücke. Sie werden also nach Renteneintritt (deutlich) weniger Geld haben als jetzt. Bei einigen Online-Rentenrechnern können Sie auch das "Wunscheinkommen" oder Ihren finanziellen Bedarf hoch- oder heruntersetzen - ganz individuell.

Rentenlückenrechner des Deutschen Instituts für Altersvorsorge - https://www.ihre-rentenluecke.de/#start

Dritter Schritt: Vorsorge planen
Dieser Schritt wird notwendig, weil die meisten Menschen eben nicht von der gesetzlichen Rente leben können. Sie müssen daher weitere und andere Arten des Einkommens im Alter planen und dafür (vor-)sorgen. Einige bessern Ihre Altersrente mit einem Minijob auf. Andere Ansätze beginnen früher im Lebensverlauf und zielen auf den Abschluss von privaten Versicherungen oder Fondssparplänen oder dem Kauf einer Immobilie, um die Wohnkosten zu senken. 
Verschließen Sie nicht de Augen vor Ihrer Situation im Alter, sondern versuchen Sie dieser klar ins Auge zu sehen, um Lösungen entwickeln zu können. 

Staatliche Grund­sicherung
Die Grundsicherung ist keine Rente sondern eine aus Steuern finanzierte Sozialhilfe. Sie können Grundsicherung erhalten auch, wenn Sie nie in die Rentenkasse einge­zahlt haben. Vorausgesetzt Sie haben die reguläre Altersgrenze erreicht und ein so geringes Einkommen und Vermögen, dass Sie damit ihren Lebens­unterhalt nicht decken können. Dies wird bei der Beantragung überprüft. 2018 waren nach Angaben des Statistischen Bundes­amts im Alter rund 550.000 Menschen auf Grundsicherung angewiesen. 

Hier finden Sie Antworten auf häufige Fragen zur Gundsicherung

Grund­rente
Das Rentenlücken-Problem ist der Politik seit langem bekannt. Der Koalitions­vertrag der derzeitigen Regierung hält eine Grund­rente fest, Diese ist für diejenigen vorgesehen, die lange gearbeitet, aber wenig verdient haben. Strittig ist derzeit, ob diese neue Grundrente an eine Bedürftig­keits­prüfung geknüpft werden soll.