Diskussion zum Gender Care Gap beim Berliner Frauenbund 1945 am 21. November

Spielfiguren als Familie platziert

In vielen Übergangsphasen im Lebensverlauf stehen Frauen und Männer vor der Herausforderung, Erwerbsleben und Familienleben aufeinander abzustimmen und miteinander zu vereinbaren. Es zeigt sich, wie im Erwerbsleben und im Alter bei der Rente, dass auch bei der Verteilung der unbezahlten Sorgearbeit die Gleichstellung der Geschlechter in Deutschland noch nicht existiert.

Laut der Sachverständigenkommission des Zweiten Gleichstellungsberichtes der Bundesregierung steht die Ungleichheit in wirtschaftlicher Hinsicht in engem Zusammenhang damit, wie Frauen und Männer in Deutschland ihre Zeit verwenden (können). Die Sachverständigenkommission schlägt vor, künftig systematisch den Blick auf die Unterschiede in der Zeitverwendung von Frauen und Männern zu richten. Sie führt das „Erwerb- und Sorge-Modell“ ein, das darauf abzielt, dass Zweiverdiener-Arrangements ohne Überforderung gelebt werden können.

Mit dem „Gender Care Gap“ stellt die Sachverständigenkommission in ihrem Gutachten für den Zweiten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung einen neuen Indikator vor. Der Gender Gare Gap weist aus, wie viel Zeit Frauen im Vergleich zu Männern täglich für die unbezahlte Sorgearbeit aufbringen. Derzeit beträgt der Gender Care Gap 52 Prozent. Das heißt, Frauen leisten täglich um die Hälfte mehr unbezahlte Sorgearbeit als Männer.

Wie sind die Begriffe „Care“ und „Gender Care Gap“ in diesem Kontext definiert? Wie wird der Indikator gebildet? Welche empirischen Daten liegen der Berechnung des Gender Care Gaps zugrunde? Zeigen sich Unterschiede im Gender Care Gap in Abhängigkeit von Berufsabschlüssen, Erwerbssituationen, Alter und Haushaltskonstellationen der Sorgenden?

Dr. Frey wird den Gender Care Gap wie im zweiten Gleichstellungsbericht und die wichtigsten Handlungsempfehlungen der Sachverständigen vorstellen, um diesen zu schließen. Anschließend soll diskutiert werden, welche Relevanz der Gender Care Gap für die Gleichstellungspolitik im Land Berlin haben könnte. 
 

Gender Care Gap –  Ein Indikator für Ungleichheit in der Sorgearbeit

Referentin: Dr. Regina Frey, Leiterin der Geschäftsstelle für den Zweiten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung.

Wann: 21.11. 2018, 18:00 bis 20:00 Uhr
Wo: Berliner Frauenbund 1945 e.V., Ansbacher Straße 63, 10777 Berlin
Veranstalterin: Berliner Frauenbund 1945 e.V.