Gewerkschaftsbund fordert mehr Ausbildungsplätze für weibliche Auszubildende

Mädchen am Zugfenster

© lightpoet - fotolia.com

Die Zahl neu abgeschlossenener Ausbildungsverträge befindet sich auf einem historischen Tiefstand. Ein Drittel der ausbildungswilligen jungen Menschen fand in diesem Jahr keine Ausbildungsstelle. Dies zeiigt im September vorgestellte Ausbildungsreport 2014 des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). auf.

Der DGB bemängelt außerdem, dass es vor allem in der Gastronomie und der Hotellierie, aber auch im Handel zu Verstößen gegen Arbeitsschutzgesetze und anderen schwerwiegenden Problemen gekommen sei.

Auf Basis der Studie fordert der Gewerkschaftsbund erneut einen gesetzlich garantierten Anspruch auf einen Ausbildungsplatz. Für interessierte junge Frauen war es 2013 noch schwerer als für junge Männer, eine Ausbildungsstelle zu finden. Nur drei von zehn Auszubildenden haben überhaupt eine Lehrstelle in ihrem Wunschberuf bekommen, darunter mehr junge Männer als junge Frauen. In diesem Zusammenhang wird an die Betriebe appeliert, bei ihrem Einstellungsverhalten umzudenken, um mehr junge Frauen zu werben und deren Bewerbungen stärker zu berücksichtigen.

Weibliche Lehrlinge müssen mehr Überstunden machen als männliche Azubis
Geschlechtsspezifische Unterschiede während der Ausbildung ergaben sich nach Analysen des DGB-Berichts aus der weiterhin unterschiedlichen Wahl der Ausbildungsberufe und weniger aufgrund individueller Diskriminierungen am Arbeitsmarkt. In traditionell weiblich geprägten Berufsgruppen lag die durchschnittliche Arbeitszeit deutlich häufiger über 40 Wochenstunden. Die darüber hinaus häufiger geleisteten Überstunden wurden bei fast einem Viertel dieser Befragten nicht ausgeglichen. In traditionell männlich dominieren Branchen hingegen kam dies nur in knapp über zehn Prozent der Fälle vor.

Der jährliche DGB-Ausbildungsreport erschien 2014 zum neunten Mal. Befragt wurden über 18.000 Auszubildende, aus allen Ausbildungsjahrgängen und Betrieben unterschiedlicher Größe. Die jungen Menschen waren alle in einem der laut Bundesinstitut für Berufsbildung 25 häufigsten Ausbildungsberufen beschäftigt.