Jugendliche in den OECD-Ländern setzen weiter auf traditionelle Berufe

Jugendlicher auf einem Gleis gehend

Foto: Free-Photos -Pixabay

Eine aktuelle OECD-Studie zeigt, dass junge Menschen auf Nachfrage weiter traditionelle Berufe wie Lehrerin, Ärztin, Anwalt und Polizist als angestrebtes Berufsziel nennen. Zu diesem Ergebnis kommt die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in einer Sonderauswertung der neuesten PISA-Studie. Die 15-jährigen Teilnehmer*innen wurden auch gefragt, was sie später einmal arbeiten werden - die Frage wurde offen gestellt.

Jugendliche nennen also selten berufliche Tätigkeiten, die mit der Digitalisierung entstanden. Und: es liegen weiterhin Welten zwischen den Berufswünschen von Mädchen und den von Jungen: Hier steht die Lehrerin dem IT-Spezialist gegenüber. Die meisten Mädchen in Deutschland (10,4 Prozent) sehen sich als Lehrerin, dahinter folgen Ärztin (10), Erzieherin (6,4), Psychologin (4,5).

Bei den Jungen in Deutschland sieht es etwas anders aus: Immerhin erwarten die meisten 15-Jährigen (6,7 Prozent), dass sie IT-Spezialist sein werden, andere träumen von einer Karriere im Profisport (2,6). Auch dabei sind die Dauerbrenner Industrie- und Automechaniker (5,2 und 5,1), Polizist (4,5) oder Lehrer (3,8).

Mehr Berufsberatung: "Man kann nicht werden, was man nicht kennt"

In Deutschland gibt es 326 duale Ausbildungsberufe. Die Zahl selbst hat sich nach Angaben des Bundesinstituts für Berufsbildung in den vergangenen Jahren nicht maßgeblich erhöht. Die Ausbildung für die einzelnen Berufe sei aber inhaltlich an die neuen Entwicklungen angepasst worden. Im Zuge der Digitalisierung neu hinzugekommen sind wenige Ausbildungsberufe, wie "E-Commerce-Kaufmann/Kauffrau", "Technische/r Produktdesigner/in" oder "Fotomedienfachmann/fachfrau".

Gefordert wird ein deutlich höherer Stellenwert für Berufsberatung und Arbeitswelt in den Schulen. Es gilt Wege zu finden, mehr Arbeitgeber und Jobmessen an die Schulen zu bringen. Auch die Industrie- und Handelskammer (IHK) sieht hier Handlungsbedarf. Laut Bundesbildungsministerin gäbe es hier bereits jahrelange Anstrengungen und de Berufsorientierung hätte bereits eine höhere Bedeutung. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat die Berufsberatung seit Beginn des laufenden Schuljahrs deutlich intensiviert. Hunderte zusätzliche Berufsberater*innen seien an den allgemeinbildenden Schulen in den achten Klassen unterwegs.

Bundesagentur für Arbeit bietet neues "Selbsterkundungstool"

Jugendliche können online bei der Arbeitsagentur einen umfangreichen, auf psychologisch fundierten Verfahren basierenden Test machen und bekommen eine Empfehlung, welches Studium oder welcher Beruf zu ihnen passen könnte.

Link zur OECD-Studie zu den Berufswünschen 15-Jähriger

"Selbsterkundungstool" der Bundesagentur für Arbeit