MigrantInnen in den Journalismus!

In der Bundesrepublik Deutschland leben mehr als 16 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund – damit hat jede fünfte in Deutschland lebende Person eine Zuwanderungsgeschichte.

Die Vielfalt der deutschen Einwanderungsgesellschaft spiegelt sich jedoch weder in der Berichterstattung noch bei den Beschäftigten wieder. Nur etwa jede fünfzigste JournalistIn hat einen Migrationshintergrund – das sind ca. 2 Prozent des Medienpersonals, wobei hier die Männer deutlich überrepräsentiert sind. Der Frauenanteil im Journalismus insgesamt liegt bei ca. 37 Prozent.

Als Reaktion darauf hat sich im Jahr 2009 das Netzwerk Neue Deutsche Medienmacher gegründet, ein bundesweiter Zusammenschluss von Medienschaffenden, der sich u.a. als Interessenvertretung für JournalistInnen mit Migrationshintergrund versteht. 

Im Bereich von Aus- und Fortbildungsangeboten im Journalismus bieten im Jahr 2011 die Heinrich Böll Stiftung und das Bildungswerk Kreuzberg (bwk-berlin) spezielle Programme für MigrantInnen an.

Die Heinrich Böll Stiftung plant im September 2011 das Stipendienprogramm „Junge Migrantinnen und Migranten in den Journalismus“ neu aufzulegen. Mit diesem Angebot haben sich die Heinrich-Böll-Stiftung, die tageszeitung taz, radioeins vom rbb, die Agentur „Zum goldenen Hirschen“ und die Deutsche Welle das Ziel gesetzt, jungen MigrantInnen einen erleichterten Zugang zu einer Medienkarriere ermöglichen.

Das Bildungswerk Kreuzberg startet am 1. September 2011 eine 15 Monate dauernde Fortbildung „Bikultureller Crossmedialer Journalismus“, die MigrantInnen auf das Berufsfeld des Journalismus vorbereitet und ihnen zu verbesserten Chancen beim Berufseinstieg verhelfen soll.

Weiterführende Links:
Webseite der Heinrich Böll Stiftung
Webseite des Bildungswerk Kreuzberg