Nationale Weiterbildungsstrategie beschlossen

Bildschirmfoto Titelseite Strategiepapier

Mit der Nationalen Weiterbildungsstrategie wollen Bund, Länder, Wirtschaft, Gewerkschaften und die Bundesagentur für Arbeit gemeinsam einen Grundstein für eine neue Weiterbildungskultur legen und einen Meilenstein für die berufliche Weiterbildung in Deutschland setzen.

Weiterbildung soll selbstverständlicher Teil des Lebens werden. Das Strategiepapier "Wissen teilen. Zukunft gestalten. Gemeinsam wachsen - Nationale Weiterbildungsstrategie" wird von den Bundesministerien für Arbeit und Soziales und dem für Bildung und Forschung herausgegeben.

Weiterbildung im Beruf soll zukünftig zum Arbeitsalltag gehören. Auf diese Weise sollen alle Erwerbstätigen der Gegenwart und Zukunft dabei unterstützt werden, ihre Qualifikationen und Kompetenzen im Wandel der Arbeitswelt weiterzuentwickeln.

Das Strategiepapier benennt zehn Handlungsziele.

Mit dem Fokus auf berufliche Weiterbildung sollen Weiterbildungsangebote sowie Fördermöglichkeiten für alle transparenter und leichter zugänglich gemacht werden. Personengruppen mit einer unterdurchschnittlichen Weiterbildungsbeteiligung sollen besondere Unterstützung erfahren, ebenso kleine und mittlere Unternehmen, die keine großen Personalabteilungen haben, um Weiterbildungskonzepte zu entwickeln.

1. Ziel:die Transparenz von Weiterbildungsmöglichkeiten und -angeboten unterstützen
2. Ziel: Förderlücken schließen, neue Anreize setzen, bestehende Fördersysteme anpassen
4. Ziel: die Verantwortung der Sozialpartner stärken
5. Ziel: die Qualität und Qualitätsbewertung von Weiterbildungsangeboten prüfen und stärken
6. Ziel: erworbene Kompetenzen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der beruflichen Bildung sichtbar machen und anerkennen
7. Ziel: Fortbildungsabschlüsse und Weiterbildungsangebote entwickeln
8. Ziel: Bildungseinrichtungen als Kompetenzzentren für berufliche Weiterbildung strategisch weiterentwickeln
9. Ziel: das Personal in der Weiterbildung stärken und für den digitalen Wandel qualifizieren
10. Ziel: die strategische Vorausschau stärken und die Weiterbildungsstatistik optimieren

Die Partner der Nationalen Weiterbildungsstrategie sollen diese im kontinuierlichen Austausch umsetzen. Ein regelmäßig tagendes Gremium vernetzt und koordiniert die Umsetzungsaktivitäten. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) wird beauftragt, den Umsetzungsprozess der Strategie mit einem Länderbericht zur beruflichen Weiterbildung in Deutschland fachlich zu begleiten.

Zum Strategiepapier Nationale Weiterbildungsstrategie als PDF-Download
 

Kritik an dem Konzept der Nationalen Weiterbildungsstrategie:

Bernd Käpplinger, Professor für Weiterbildung an der Universität Gießen und Vorsitzender der Sektion Erwachsenenbildung in der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft, hat in einem Blogbeitrag "Ist das eine Strategie? die Weiterbildungsstrategie kritisiert: "Es fällt auf, dass die nicht-berufliche, allgemeine Erwachsenen- und Weiterbildung in der 'Nationalen Weiterbildungsstrategie' komplett ausgeblendet wurde."

Lars Kilian, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich der Erwachsenen-/Weiterbildung am Deutschen Institut für Erwachsenenbildung (DIE), Abteilung "Wissenstransfer" vermisst ähnlich wie Käpplinger in seinem Diskussionsbeitrag "Darf es ein bisschen mehr Erwachsenenbildung sein?", dass die allgemeine Erwachsenenbildung fast keine Beachtung findet und unternimmt den Versuch, Anschlussmöglichkeiten und Synergien zur allgemeinen Erwachsenenbildung herzustellen, um die Potentiale dieser Strategie auszuschöpfen.