Studie Alleinerziehende: Armutsrisiko

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) kommt in einer Studie zu dem Ergebnis, dass Haushalte mit Kindern und nur einem Elternteil in Deutschland ein erhöhtes Armutsrisiko haben. Von den insgesamt 650.000 Alleinerziehenden, die Arbeitslosengeld II beziehen, sind 95 Prozent Frauen. Sie sind öfter und länger auf staatliche Transferleistungen angewiesen als andere Haushalte. Die Studie zur Situation der hilfebedürftigen Alleinerziehenden zeigt nicht nur die Entwicklung ihres Bestands sowie die Struktur der Zugänge. Sie gibt insbesondere Hinweise auf Gründe für den langen Verbleib im Leistungsbezug: 

  • Der Betreuungsaufwand – gemessen am Alter des jüngsten Kindes – spielt eine Rolle. Er definiert die Möglichkeit, dem Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stehen. Je jünger ein Kind ist, desto eher sind Alleinerziehende bei der Betreuung auf sich gestellt. Ihre Erwerbsmöglichkeiten sind entsprechend eingeschränkt.
  • Individuelle Voraussetzungen wie das Qualifikationsniveau oder die regionale Arbeitsmarktlage können eine Arbeitsaufnahme und Beendigung des Leistungsbezug erschweren. 
  • Motivationen und Einstellungen der Betroffenen sind ein Faktor: Inwieweit erfolgt trotz einer eingeschränkten Zumutbarkeit eine Orientierung am Arbeitsmarkt oder werden die Prioritäten in der Kinderbetreuung gesehen? Daraus kann die Bereitschaft, auf dem Arbeitsmarkt aktiv zu sein, abgeleitet werden.

Die IAB-Studie als PDF-Download

Weitere Infos zum Thema gibt es auch unter "Alleinerziehende - Arbeitsmarktintegration statt Hilfebedürftigkeit?"