Atlas der Arbeit - bebilderte Infos zu Arbeit, Arbeitsbedingungen und Einkommen weltweit

Infografik: Bartz/Stockmar (M), CC BY 4.0

Der Atlas der Arbeit, herausgegeben von der Hans-Böckler-Stiftung und dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), fächert die (weltweite) Bandbreite dieses Themas auf und erklärt wichtige Zusammenhänge. Abgebildet werden zahlreiche Aspekte der heutigen Arbeitswelt und deren Entwicklungstrends. 

Der Abschnitt "FRAUEN: VIELE GRÜNDE FÜR DIE UNGLEICHSTELLUNG" wurde verfasst von Anja Weusthoff und Mareike Richter.

Hier die wichtigsten Infos zu den Erwerbsbiografien von Frauen im Vergleich:

Auf den ersten Blick scheinen Männer und Frauen im Berufsleben weitgehend gleichgestellt zu sein. Ihre Erwerbstätigenquoten liegen derzeit mit 82 Prozent (Männer) und 74 Prozent (Frauen) nah beieinander. Die Erwerbsbiografien von Frauen verlaufen jedoch meist deutlich ungünstiger als die der Männer.

Im Gegensatz zu Männern sind Frauen nicht in Vollzeit beschäftigt (Gender Time Gap). 2016 arbeitete fast jede zweite Frau, aber nur 10 Prozent der Männer in Teilzeit. Ein wesentlicher Grund dafür liegt darin, dass Frauen im Vergleich zu Männern 2017 täglich mehr als doppelt so viel Zeit für unbezahlte Tätigkeiten wie Hausarbeit, Kindererziehung, Pflege von Angehörigen und Ehrenamt auf (Gender Care Gap). 

Laut der jüngsten Zeitverwendungsstudie des Statistischen Bundesamtes leisteten Frauen 2012/13 in Deutschland gut 20 Prozent weniger unbezahlte Arbeit als 1991/92. Während es damals noch knapp fünf Stunden täglich waren, die Frauen vor allem mit Kinderbetreuung, Altenversorgung, Kochen, Putzen und Einkaufen verbrachten, ist dieser Wert auf knapp vier Stunden gesunken. Bei Männern nahm die unbezahlte Arbeit nur von 165 auf 150 Minuten täglich ab.

Nach den Selbsteinschätzungen liegt die Alltagsbelastung von Frauen im Lebensverlauf fast durchgehend über der von Männern.

Aufgrund „lückenhafter" Erwerbsbiografien und einer unzureichenden eigenen Existenzsicherung in der Erwerbsphase verfügen Frauen in der Regel über ein wesentlich geringeres Renteneinkommen. Es lag 2017 um 53 Prozent unter dem der Männer (Gender Pension Gap). 

Der Atlas (PDF-Download) kann kostenlos heruntergeladen werden - es gibt ihn in deutscher und in englischer Sprache. Bestellmöglichkeit unter: www.boeckler.de/atlas-der-arbeit

Grafik: Voll- und Teilzeit. Arbeitszeit bei Männern und Frauen, 2016 - Bartz/Stockmar (M), CC BY 4.0