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Aktuelles Thema: Arbeiten im (Renten-)Alter

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), die Forschungseinrichtung der Agentur für Arbeit, hat zahlreiche Forschungsergebnisse zum Thema "Arbeiten und Rente" auf einer Sonderseite online zusammengestellt.

KI erstellt, 25.11.2025

Diskussion übers gesetzliche Renteneintrittsalter läuft aktuell auf Hochtouren

Die schrittweise Erhöhung des gesetzlichen Renteneintrittsalters auf 67 Jahre soll die Finanzierung der Altersvorsorge sichern, denn der demografische Wandel führt dazu, dass immer weniger Erwerbstätige für immer mehr Rentenbeziehende aufkommen müssen. Dennoch zeigt die Praxis, dass viele ältere Beschäftigte weiterhin vorzeitig in den Ruhestand gehen, oft aus gesundheitlichen Gründen oder aufgrund individueller Lebensumstände. Dies bedeutet, dass das gesetzliche Renteneintrittsalter allein die Herausforderungen des demografischen Wandels kaum vollständig bewältigt.

Frühzeitiger Ruhestand und Erwerbstätigkeit im Alter

Viele gehen vor Erreichen der Regelaltersgrenze in den Ruhestand, etwa durch Frührente oder abschlagsfreie vorgezogene Rente nach 45 Beitragsjahren. Gründe sind häufig Arbeitslosigkeit, gesundheitliche Einschränkungen oder mangelnde Weiterbeschäftigungsmöglichkeiten im Betrieb. Gleichzeitig steigt die Zahl der rentenbeziehenden Personen, die weiterhin arbeiten, was auf mehrere Ursachen hindeutet:

  • Finanzielle Notwendigkeit (Altersarmut)
  • Wunsch nach sozialer Teilhabe
  • Freude an der Arbeit oder das Bedürfnis nach strukturierter Beschäftigung
  • Fachkräftemangel und Nachfrage aus Unternehmen

Altersarmut und andere Motive

Die Zunahme von erwerbstätigen Rentenbeziehenden könnte auf wachsende Altersarmut hindeuten, doch auch andere Motive spielen eine Rolle. Neben der Sicherung des Lebensunterhalts sind Werte wie gesellschaftliche Anerkennung, Aufrechterhaltung sozialer Kontakte oder flexible Arbeitsmodelle entscheidend für die Fortsetzung der Erwerbstätigkeit.

Flexible Ausstiegsmöglichkeiten

Für einen flexibleren Übergang ins Rentenalter gibt es verschiedene Ansätze:

  • Teilrente und Gleitzone: Kombination von Teilzeitbeschäftigung mit Rentenbezug
  • Altersteilzeit: Modelle zur Reduzierung der Arbeitszeit vor dem Rentenbeginn
  • Betriebliche und tarifliche Lösungen, die individuelle Ausstiegswege ermöglichen
  • Weiterbildung und Umschulung auch für ältere Arbeitnehmer*innen, um deren Verbleib im Arbeitsmarkt zu unterstützen.

Einstellung der Unternehmen gegenüber Älteren

Viele Unternehmen sind heute eher bereit, ältere Beschäftigte einzustellen oder zu halten, um Wissen und Erfahrung zu sichern und dem Fachkräftemangel zu begegnen. Dennoch gibt es Vorbehalte, etwa hinsichtlich Produktivität und Gesundheit. Insbesondere Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen für ältere Arbeitnehmer*innen werden jedoch zunehmend genutzt, um deren Beschäftigungsfähigkeit zu fördern.

Diese und weiteren Fragen sind Thema von umfassenden Untersuchungen beim IAB. Auf der IAB-Website sind Publikationen und laufende Projekte zur Beschäftigung Älterer im Rentenalter und zu alternativen Rentenmodellen auf einer Sonderseite bereitgestellt: https://iab.de/themen/sonderthemen/arbeiten-im-renten-alter