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Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse steigt deutlich

Laut dem Statistischen Bundesamt (Destatis) hat sich die Zahl der positiv beschiedenen Anerkennungsverfahren seit 2016 bis zum letzten Jahr mehr als verdreifacht.

Lächelnde medizinische Fachkraft

Bild: Yerson Retamal - Pixabay

Mehr Chancen für Migrant*innen auf dem Arbeitsmarkt

Immer mehr Menschen, die im Ausland einen Beruf erlernt haben, können ihre Qualifikationen auch in Deutschland anerkennen lassen. Das ist eine gute Nachricht für zugewanderte Fachkräfte – und für den deutschen Arbeitsmarkt, der dringend auf Unterstützung angewiesen ist.

Besonders in Berufen wie Pflege, Medizin oder Ingenieurwesen werden zusätzliche Fachkräfte gebraucht, um den steigenden Bedarf zu decken. Lange Zeit war die Anerkennung jedoch ein bürokratisches Hindernis. Neue Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen nun: Der Trend geht klar nach oben.

Deutlicher Anstieg der Anerkennungen

Im Jahr 2024 wurden rund 79.100 Anträge auf Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse positiv entschieden. Seit der Einführung der gemeinsamen Statistik im Jahr 2016 hat sich die Zahl der Anerkennungen mehr als verdreifacht.

Fachkräftebedarf bleibt hoch

Die Entwicklung ist für Wirtschaft und Gesellschaft von zentraler Bedeutung. Deutschland bleibt weiterhin auf Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen. Prognosen zufolge wird in den kommenden 15 Jahren knapp ein Drittel der Erwerbstätigen in den Ruhestand gehen. Da die nachrückenden Altersgruppen zahlenmäßig deutlich kleiner sind, entsteht eine Lücke, die ohne Zuwanderung kaum zu schließen ist.Ein Rückgang der Erwerbstätigen könnte langfristig auch die sozialen Sicherungssysteme belasten.

Herkunftsländer: Türkei an der Spitze – Ukraine mit starkem Zuwachs

Die meisten Anerkennungen entfielen 2024 auf Abschlüsse aus der Türkei** mit 9.200 Fällen – ein Zuwachs von 2.600 gegenüber dem Vorjahr. Auf Platz zwei lag die Ukraine mit 6.400 Anerkennungen, mehr als doppelt so viele wie noch 2023. Ebenfalls häufig vertreten waren Tunesien (5.300), Indien (4.900) und Syrien (4.300). Weniger Anerkennungen gab es hingegen bei Abschlüssen aus Bosnien-Herzegowina (4.000) und den Philippinen (3.600). Beide Länder rutschten im Vergleich zum Vorjahr im Ranking ab.

Pflegeberufe dominieren

An der Spitze der anerkannten Berufsgruppen stehen weiterhin die Pflegefachkräfte. Mit 32.500 Anerkennungen machten sie 2024 rund 41 Prozent aller positiven Bescheide aus – ein Anstieg von 19 Prozent zum Vorjahr.
Den zweiten Platz belegten Ärzt*innen mit 11.000 Anerkennungen (14 Prozent), gefolgt von Ingenieur*innen mit 4.400 Verfahren (5 Prozent). Dahinter lagen Lehrkräfte (2.800), Physiotherapeut*innen (2.200) sowie knapp dahinter die Erzieher*innen.

Quelle: DESTATIS 

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