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Arbeitsmarkt für Berufseinsteiger*innen befindet sich im Wandel: Einstiegsjobs brechen um zwei Drittel ein

Der Start ins Berufsleben ist für junge Menschen in Deutschland schwieriger geworden.

Bild: KI-erstellt (ChatGPT), 23.09.2026

Berufseinstieg: Weniger Einstiegsjobs, Ausbildung bleibt stabil

Das Angebot an klassischen Einstiegsjobs ist seit 2022 deutlich zurückgegangen. Besonders IT-Berufseinsteiger*innen spüren die Entwicklung. Eine Analyse des Indeed Hiring Lab zeigt jedoch auch eine positive Seite: Die duale Ausbildung erweist sich als vergleichsweise stabiler Weg ins Berufsleben.

Deutlich weniger Einstiegsjobs

Im Juli 2022 erreichte das Angebot an klassischen Einstiegsjobs mit 75 Prozent über dem Niveau von 2019 einen Höchststand. Seitdem ist die Zahl der Stellen deutlich gesunken - um mehr als zwei Drittel. Der Rückgang fällt damit stärker aus als auf dem Gesamtarbeitsmarkt.

Ausbildung bietet bessere Perspektiven

Anders entwickelt sich das Ausbildungsangebot: Es liegt aktuell rund 50 Prozent über dem Niveau von 2019. Laut Indeed Hiring Lab halten Unternehmen auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten an der Ausbildung fest. Sie qualifizieren damit ihren eigenen Nachwuchs und übernehmen Auszubildende häufig nach dem Abschluss.

Das duale Ausbildungssystem trägt dazu bei, dass Deutschland im europäischen Vergleich eine der niedrigsten Jugendarbeitslosenquoten aufweist.

Gute Chancen in bestimmten Branchen

Besonders gute Perspektiven für Berufseinsteiger*innen bieten laut der Analyse weiterhin die Bereiche:

  • Pflege, Medizin und Pharmazie
  • Gastronomie und Hotellerie

In diesen Branchen ist das Angebot an Einstiegsstellen teilweise sogar gestiegen. Strukturierte Ausbildungswege können den Einstieg zusätzlich erleichtern.

IT-Einstieg: Praxiserfahrung und KI-Kompetenzen werden wichtiger

Auch im IT-Bereich ist der Rückgang klassischer Einstiegsjobs deutlich spürbar. Gefragt sind zunehmend praktische Erfahrungen, gezielte Weiterbildungen und ein sicherer Umgang mit KI-Tools.

Einen eindeutigen Zusammenhang zwischen dem Rückgang der Einstiegsjobs und künstlicher Intelligenz kann die Studie allerdings nicht belegen. Laut Studienautorin Sondergeld setzte die Entwicklung bereits vor der Verbreitung von ChatGPT ein. Als wesentlichen Treiber sieht sie die schwache Konjunktur. Mit einer wirtschaftlichen Erholung könnte sich die Lage wieder verbessern.

Was bedeutet das für Berufseinsteiger*innen?

Wer den Einstieg ins Berufsleben plant, sollte neben klassischen Stellenangeboten auch Ausbildungswege und gezielte Zusatzqualifikationen in Betracht ziehen. Gerade im IT-Bereich können Praxiserfahrung und KI-Kompetenzen helfen, das eigene Profil zu stärken.

Link:
Indeed Hiring Lab (Virginia Sondergeld): „Berufseinstieg: Stellenangebot sinkt, Ausbildungssystem bietet einen Anker"