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Berufseinstieg als "zweite Schwelle" – aktuelle Zahlen

Nach der Ausbildung ist vor der nächsten Hürde: Neue Zahlen zeigen, dass immer weniger Betriebe ihre Auszubildenden übernehmen. Was das für Berufseinsteigerinnen bedeutet.

Bild: KI-erstellt (Bing Image Creator), 14.09.2026

Die "zweite Schwelle": Warum der Übergang von der Ausbildung in den Beruf schwieriger wird

Der erste Schritt ins Berufsleben - der Übergang von der Schule in eine Ausbildung - wird oft als "erste Schwelle" bezeichnet. Ebenso entscheidend, aber weniger im Fokus, ist die "zweite Schwelle": der Übergang von der Ausbildung in eine feste Beschäftigung. Aktuelle Zahlen zeigen, dass dieser Schritt zunehmend unsicherer wird.

Übernahmequote ist spürbar gesunken

2025 wurden nur noch 75 Prozent aller Auszubildenden nach erfolgreicher Berufsausbildung von ihrem Betrieb übernommen – nachdem die Quote 2024 mit 79 Prozent ein Rekordhoch erreicht hatte. Das ist der stärkste Rückgang seit Jahren und wird laut Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) vor allem auf die anhaltende wirtschaftliche Schwäche zurückgeführt.

Je nach Branche große Unterschiede 

Wie gut die zweite Schwelle gelingt, hängt stark von der Branche ab: Die besten Übernahmechancen hatten Auszubildende 2025 in Bergbau, Energie- und Wasserversorgung sowie Abfallwirtschaft, im Finanz- und Versicherungswesen und in der öffentlichen Verwaltung - hier wurden jeweils rund 90 Prozent übernommen. Am Ende der Skala liegen die Land- und Forstwirtschaft mit nur 44 Prozent sowie personenbezogene Dienstleistungen mit 52 Prozent Übernahmequote. 
Im verarbeitenden Gewerbe wurden 2025 77 Prozent der Auszubildenden übernommen - ein Rückgang von fünf Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr.

Da personenbezogene Dienstleistungen, etwa im Sozial-, Gesundheits- und Pflegebereich, zu den Branchen mit besonders vielen weiblichen Auszubildenden zählen, betrifft die schwächere Übernahmesituation in diesem Bereich Frauen überdurchschnittlich häufig.

Was bedeutet das für den eigenen Berufseinstieg?

Wer sich rechtzeitig informiert, hat bessere Chancen, die zweite Schwelle sicher zu meistern:

  • Frühzeitig mit dem Ausbildungsbetrieb über eine mögliche Übernahme sprechen – idealerweise mehrere Monate vor Abschluss
  • Bei unsicherer Übernahmeperspektive parallel den Arbeitsmarkt sondieren, gerade in Branchen mit niedrigerer Übernahmequote
  • Beratungsangebote frühzeitig nutzen: Unser Berliner Beratungsnetzwerk Berufsperspektiven für Frauen bietet Montag bis Freitag von 10-16 Uhr kostenlose telefonische Kurzberatung zu Bezirk. 

Link

IAB-Kurzbericht "Ausbildungsstellenangebot und Übernahmen schrumpfen", Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), August 2026