Mentoring statt Fachkräftemangel: Wie „side by side“ internationale Talente in Berlin unterstützt
Nach dem kanadischen Mentoring-Modell werden internationale Fachkräfte (Mentees) mit berufserfahrenen Mentor*innen aus Berlin vernetzt. Im Zentrum steht ein sogenanntes 1:1-Tandem: Eine Mentee arbeitet über mehrere Monate eng mit einer Mentorin oder einem Mentor zusammen – idealerweise aus derselben Branche. Ziel ist es, den Einstieg in den Berliner Arbeitsmarkt zu erleichtern und vorhandene Qualifikationen besser zu nutzen.
Das Programm orientiert sich dabei am kanadischen Vorbild, das stark auf individuelles Matching und praxisnahe Unterstützung setzt. Im Unterschied zu klassischen Coachings geht es bei „side by side“ vor allem um Erfahrungsaustausch und Netzwerke. Mentor*innen geben Einblicke in Branchen, helfen bei Bewerbungen und stellen Kontakte her.
Ergänzt wird das Mentoring durch:
- Workshops zu Bewerbung und Arbeitsmarkt
- Unternehmensbesuche und Jobmessen
- Austauschformate mit anderen Teilnehmenden
Die Teilnahme läuft in der Regel über mehrere Monate und kombiniert individuelle Begleitung mit Gruppenangeboten.
Fokus auf qualifizierte Frauen mit Migrationserfahrung
Das Programm richtet sich vor allem an gut qualifizierte Frauen mit Migrations- oder Fluchterfahrung, die bereits einen Berufs- oder Studienabschluss aus dem Ausland mitbringen. Viele von ihnen stehen vor ähnlichen Herausforderungen: berufliche Netzwerke fehlen, Unsicherheit im deutschen Bewerbungsprozess sowie Schwierigkeiten bei der Anerkennung von Abschlüssen. Hier setzt „side by side“ an – mit dem Ziel, den Einstieg in eine qualifikationsgerechte Beschäftigung zu erleichtern.
Programm ist Teil eines größeren Integrationsnetzwerks
Organisiert wird das Programm vom Bildungsträgerin Goldnetz im Rahmen des “Regionalen Integrationsnetzwerks” (RIN Berlin). Es ist Teil des bundesweiten Förderprogramms „IQ – Integration durch Qualifizierung, das die Arbeitsmarktchancen von Menschen mit Migrationsgeschichte verbessern soll. Die Angebote sind in der Regel kostenfrei und werden durch öffentliche Mittel sowie EU-Förderung unterstützt.
Hier gibt es mehr Infos: goldnetz-berlin.org/sidebyside.htm