Update: Kurzarbeit in der Krise - neue Regelungen

Medikamente

Foto: pasja1000 - Pixabay

Die gerade beschlossene (rückwirkend zum 1. März geltende) Ausweitung des Kurzarbeitergeldes soll Unternehmen helfen, deren Beschäftigte durch das Corona-Virus Arbeitsausfälle haben.

Unter Kurzarbeit wird die Verkürzung der gewöhnlichen betrieblichen Arbeitszeit bis zur Kurzarbeit Null verstanden. Damit soll der Verdienstausfall der Mitarbeiter*innen abgefedert werden und gleichzeitig die Personalkosten des Unternehmens gesenkt werden. Gerechnet wird mit 2,35 Mio. Kurzarbeiter*innen.

Arbeitgeber können Arbeitsausfall ab sofort bei der Agentur für Arbeit anzeigen – auch wenn weniger als ein Drittel der im Betrieb beschäftigten Arbeitnehmer*innen von Entgeltausfall betroffen sind. Auch Zeitarbeitsunternehmen können ab sofort einen Arbeitsausfall bei der Agentur für Arbeit anzeigen.

Die Agentur für Arbeit zahlt Lohnersatzleistungen in Form von Kurzarbeitergeld beziehungsweise Saison-Kurzarbeitergeld (in der Baubranche als "Schlechtwettergeld" bekannt).

Wie hoch ist das Kurzarbeitergeld?

Kurzarbeit bedeutet auch, dass die Arbeitnehmer*innen weniger Geld erhalten. Kurzarbeitergeld wird aus der Arbeitslosenversicherung gezahlt. Unter diesen Bedingungen setzt sich das Gehalt aus dem sogenannten Kurzlohn aus der tatsächlichen Arbeitsleistung (wenn verkürzt gearbeitet wird) vom Arbeitgeber und dem Kurzarbeitergeld zusammen. In der Regel werden nur 60 Prozent des Nettogehalts übernommen. Lebt in Ihrem Haushalt mindestens ein Kindso erhalten Sie 67 Prozent Ihres fehlenden Nettogehalts.

Wie hoch das Kurzarbeitergeld, hängt vom Einzelfall ab. Die gesetzlichen Regelungen dazu finden sich in Paragraph § 105 Drittes Buch Sozialgesetzbuch (SGB III).

Tabellen zur Berechnung des Kurzarbeitergeldes

Eine Übersicht über die voraussichtliche Höhe Ihres Kurzarbeitergeldes finden Sie hier:

 

Weitere Informationen

 

Update: Erleichterte Hinzuverdienstmöglichkeiten

Die Hinzuverdienstmöglichkeiten zum Kurzarbeitergeld wurden gelockert: Vom 1. April bis zum 31. Oktober 2020 tritt eine Sonderregelung in Kraft: Wer während der Kurzarbeit eine Beschäftigung in einem systemrelevanten Bereich aufnimmt, muss sich das dabei verdiente Entgelt nicht auf das Kurzarbeitergeld anrechnen lassen.
Das Gesamteinkommen aus noch gezahltem Arbeitseinkommen und dem Kurzarbeitergeld sowie dem Hinzuverdienst darf jedoch das normale Nettoeinkommen nicht übersteigen. Die Nebentätigkeit ist zudem versicherungsfrei zur Arbeitslosenversicherung.

Ob eine Branche bzw. ein Beruf systemrelevant ist, legt die sogenannte Verordnung zur Bestimmung Kritischer Infrastrukturen nach dem BSI- (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) Gesetz fest. Beispiele für solche Tätigkeiten sind unter anderem: die medizinische Versorgung, die Versorgung von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen mit Lebensmitteln, die Versorgung mit unmittelbar lebenserhaltenden Medizinprodukten und Geräten, Apotheken, der Güterverkehr, der Lebensmittelhandel, die Lebensmittelherstellung sowie Lieferdienste zur Verteilung von Lebensmitteln.