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Teilzeit-Rekord in Deutschland: Warum das für die Rente gefährlich werden kann

Die Teilzeitquote liegt erstmals bei über 40 Prozent. Noch nie haben in Deutschland so viele Menschen in Teilzeit gearbeitet wie heute. Mehr als jede zweite erwerbstätige Frau ist teilzeitbeschäftigt – bei Männern sind es dagegen lediglich 14,3 Prozent.

Bild: KI erstellt (ChatGPT), 20.07.2026

Teilzeit mit Weitblick: Einkommen heute, Rente morgen

Teilzeit kann mehr Zeit für Familie, Pflege oder die eigene Gesundheit schaffen. Doch wer seine Arbeitszeit reduziert, sollte nicht nur das aktuelle Einkommen im Blick haben, sondern auch die langfristigen Folgen für die finanzielle Absicherung im Alter.

Zwei kostenlose Online-Tools helfen dabei, die Folgen einer Arbeitszeitreduzierung besser einzuschätzen – der Teilzeitrechner des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) für die kurzfristigen finanziellen Auswirkungen und der Lohn-O-Mat (Lebenskarte) des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ), entwickelt vom Fraunhofer IAO für die langfristigen Folgen für Einkommen und Altersvorsorge.

Vierzig Prozent weniger Alterseinkommen

Teilzeitbeschäftigte arbeiten heute im Durchschnitt 18,6 Stunden pro Woche und damit häufiger mit einem größeren Stundenumfang als noch vor einigen Jahren. Dennoch können längere Phasen in Teilzeit erhebliche finanzielle Folgen haben.

Nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) erzielen Frauen der Jahrgänge 1970 bis 1985 im Alter durchschnittlich rund 40 Prozent geringere Alterseinkommen als Männer. Zu den wichtigsten Ursachen zählen unterbrochene Erwerbsbiografien und längere Phasen der Teilzeitarbeit.

Kurzfristig rechnen: Der Teilzeitrechner des Teilzeitrechner des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS)

Wer über eine Reduzierung der Arbeitszeit nachdenkt, kann zunächst den kostenlosen Teilzeitrechner des BMAS nutzen.

Das Online-Tool berechnet überschlägig,

  • wie sich eine Verringerung der Arbeitszeit auf das Bruttogehalt auswirkt,
  • wie sich der Stundenlohn verändert und
  • welche finanziellen Auswirkungen eine Arbeitszeitreduzierung kurzfristig haben kann.

Damit unterstützt der Rechner Beschäftigte beispielsweise bei Entscheidungen rund um Elternzeit, Pflege von Angehörigen oder mehr Work-Life-Balance. Außerdem informiert er über den gesetzlichen Anspruch auf Teilzeit nach § 8 TzBfG sowie über die Brückenteilzeit nach § 9a TzBfG.

Das BMAS weist allerdings darauf hin, dass der Rechner lediglich eine Orientierung bietet. Individuelle Besonderheiten – etwa bei Mini- oder Midijobs, Steuern oder Sonderzahlungen – werden nicht vollständig berücksichtigt.

Langfristig denken: Die Auswirkungen auf die Rente

Ob sich Teilzeit langfristig lohnt, beantwortet der BMAS-Rechner jedoch nicht.

Genau hier beginnt die sogenannte Teilzeitfalle. Wer über viele Jahre weniger arbeitet, zahlt geringere Beiträge in die Rentenversicherung ein. Gleichzeitig sinken häufig die Chancen auf Weiterbildungen, Beförderungen oder Führungspositionen. Dadurch entstehen nicht nur Einkommensverluste während des Berufslebens und Karrieregrenzen, sondern oft auch deutlich niedrigere Rentenansprüche.

Besonders häufig beginnt diese Entwicklung mit der Familiengründung. Noch immer übernehmen Frauen den größeren Teil der unbezahlten Sorgearbeit und reduzieren dafür ihre Erwerbsarbeit – häufig zunächst nur vorübergehend. Aus wenigen Jahren werden jedoch nicht selten viele Jahre mit langfristigen Folgen für Einkommen, Karriere und Altersvorsorge.

Der Lohn-O-Mat macht die Folgen sichtbar

Wer nicht nur die kurzfristigen Auswirkungen auf das Monatsgehalt, sondern auch die langfristigen Folgen für Einkommen und Rente verstehen möchte, kann den Lohn-O-Mat nutzen. Dieses Tool wurde vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (Fraunhofer IAO) im Auftrag der Bertelsmann Stiftung entwickelt. 

Das Online-Tool kann allein oder gemeinsam als Paar ausgefüllt werden und zeigt anschaulich, wie sich unterschiedliche Modelle der Arbeits- und Aufgabenverteilung langfristig auf das Erwerbseinkommen, die finanzielle Eigenständigkeit und die spätere Altersvorsorge auswirken.

So ergänzen sich beide Angebote: Während der Teilzeitrechner des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) die unmittelbaren finanziellen Folgen einer Arbeitszeitreduzierung berechnet, macht der Lohn-O-Mat die langfristigen Auswirkungen auf Einkommen, Karriere und Rentenansprüche sichtbar.

Links:

  • Teilzeitrechner des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS)
    Teilzeitrechner des BMAS
  • Lohn-O-Mat (Lebenskarte) des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ), entwickelt vom Fraunhofer IAO
    Lohn-O-Mat (Lebenskarte)